Lang, lang ist’s her: nach fast 2 Jahren Flaute im Blog nun mal wieder ein „Lebenszeichen“. Das aktuelle wordpress-update hat das bisherige theme in den Abgrund gerissen (zum Glück nicht die Datenbank), so dass auch ein neues Aussehen fällig wurde. Das jetzige finde ich sehr passend zum Thema des blogs und ich hoffe, dem Leser (falls es noch welche geben sollte) geht es genauso.

Völlig unproduktiv war ich selbstverständlich in der Zwischenzeit nicht. In meinem Twitteraccount habe ich mich weiter mit den Themen Medienkompetenz und Erziehungskompetenz beschäftigt und mit dem hashtag #eum (erziehungundmedien) versehene tweets gepostet.

Nun soll es auch hier wieder mit neuer Motivation weitergehen – soweit jedenfalls die „guten Vorsätze“ 😉

Lange Zeit dominierte die Sorge über die Anbahnung ungewollter sexueller Kontakte die Diskussion rund um soziale Netzwerke wie schuelervz, studivz, myspace oder facebook.

Nun tritt immer mehr der Aspekt der unreflektierten Veröffentlichung persönlicher Informationen in den Vordergrund: „Nackt im Netz“ übertitelt stern.de einen Artikel zum Thema und beschreibt damit den Daten-Striptease vieler User.

Was folgen kann ist der „Datenschutz-Kater“: in Bewerbungsgesprächen werden Bewerber konfrontiert mit ihren Bildern und Äußerungen in sozialen Netzwerken, aber auch Stilistik und Rechtschreibung können problematisch werden. Klaus Eck, Kommunikationsberater spricht von Online-Reputation und dem Internet als Karriere-Killer.

In einem weiteren Artikel nun gibt stern.de Tipps für den Selbst-Datenschutz und das Verhalten in Sozialen Netzwerken.

Alle guten Tipps lassen sich auf eine einfache Formel bringen: „Würdest du das, was du selbst in Netzwerken veröffentlichst auch auf eine Plakatwand auf dem Marktplatz schreiben?“ – denn das Internet ist Öffentlichkeit und es vergißt nie.

Seit heute mittag ist medienbewusst.de, ein Projekt des Mediacampus der Universität Illmenau online. Es handelt sich um ein redaktionell betriebenes Onlineportal, dass über die Chancen und Risiken moderner Medien informieren will.

Die Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Computer- und Videospiele, Internet, Kino, Handy, Musik und Hörbücher sowie der Bereich der Forschung. Es werden kindgerechte Medienangebote vorgestellt und deren Macher interviewt. Zusätzlich sollen Praxistipps Familien befähigen, spielerisch Medienkompetenz zu vermitteln.

Im Bereich „Materialien“ sind vielfältige Links zu weiterführenden Informationsquellen zu finden.

In einem angegliederten Forumsbereich besteht die Möglichkeit, sich selbst als User aktiv in die Diskussion miteinzubringen.

„Erziehung und Medien“ heißt mein Thema und da muss ich mir doch einfach mal etwas von der Seele schreiben, was mich doch aktuell sehr betroffen gemacht hat.

Gestern wurde unter dem Titel „Vorlesen im Kinderalltag 2008″ eine Studie der Deutschen Bahn, der ZEIT und der Stiftung Lesen vorgelegt. Repräsentativ wurden 875 Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren, also im Vor- und Grundschulalter zu ihren Vorleseerfahrungen befragt. Die Auswertung wurde in Beziehung gesetzt zur Vorjahresbefragung zum gleichen Thema, in 2007 waren aber die Eltern zu ihrem Vorleseverhalten befragt worden.

Für mich ist das erschütternste Ergebnis, das 37% aller Kinder sagen : „Uns wird nicht vorgelesen.“ Nicht vorgelesen im Elternhaus, aber auch nicht vorgelesen in Kindergarten und Schule.

Was sind die Hintergründe, dass Eltern nicht Vorlesen? Darüber gibt die Studie keine Auskunft. Da gibt es wohl die Eltern, deren eigene Lesekompetenz nur schwach ausgebildet ist und die sich daher nicht „blamieren“ wollen, stockend sich durch Astrid Lindgren zu arbeiten. Aber das Problem der Vorleseverweigerung ist schichtübergreifend und bildungsunabhängig. Auch die Eltern mit ausreichender Lesekompetenz behaupten eher, dass sie vorlesen, als dass sie es wirklich tun.

Noch erschreckender ist die Vorleseverweigerung in Kita und Schule. Was ist in diesen pädagogischen Institutionen los, dass primäre Medienkompetenz nicht vermittelt wird? Ist es Desinteresse oder Unfähigkeit?

„Na die wollen ja auch gar nichts vorgelesen bekommen“, höre ich Eltern, Kindergarten und Schule rufen. Dies trifft aber so überhaupt nicht zu. 33% der Kinder ohne Vorleseerfahrung wünschen sich ausdrücklich Vorlese-Stunden. Die anderen 2/3 äußern tatsächlich den Wunsch nicht, wobei für mich die Frage offen bleibt, ob sie überhaupt wissen, worauf sie da verzichten.

Warum eigentliche Vorlesen? Die Autoren stellen neben die Bedeutung als fundamentalen Bildungsimpuls für ein lebenslanges Lernen so wichtige Aspekte der Vorlese-Rituale wie

  • Stärkung der Sozialkompetenz der Kinder
  • Schaffung von Geborgenheit und Nähe in der Vorlese-Situation
  • wichtige Impulse für Familien, Kita-Gruppen und Klassen

Es fällt mir schwer zu glauben, dass es Kindergärten und Grundschulklassen in Deutschland gibt, in denen nicht vorgelesen wird – aber offensichtlich scheint es sie massenhaft zu geben.

Die Studie räumt mit einigen Vorlese-Vorurteilen auf wie

  • „Die Vorleselücke ist ein Unterschichten Problem“ – Quatsch, alle Schichten sind betroffen.
  • „Eltern halten sich für Vorleser“ – 18% der Eltern geben an, nicht vorzulesen, 37% der Kinder, dass nicht vorgelesen wird.
  • Eltern glauben, dass Kinder Vorlesen gar nicht so attraktiv finden – Quatsch, Kinder finden Vorlesen toll.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Kinder erleben kaum Väter, die Vorlesen, dies bleibt immer noch Domäne der Mütter. Die Studie setzt dies in Beziehung zu der Beeinträchtigung in der Lesesozialisation insbesondere bei Jungen. Ihnen fehlt schlicht und ergreifend das beobachtete Vorbild beim Vater. Nur 8% aller Kinder haben einen vorlesenden Vater erlebt.

Lesen und Schreiben bleiben auch in Zeiten elektronischer Medien Basics, auch für die spätere Nutzung der elektronisch vermittelten Medien. Und Vorlesen ist eine wunderbare Möglichkeit der Vermittlung von Bindung, von Nähe und Geborgenheit, wohl noch ein viel wichtigeres Basic für ein gelingendes Aufwachsen.

Auf mitmischen.de, dem Jugendportal des Deutschen Bundestages, findet heute ein Expertenchat zum Thema „Computerspiele – Spaß oder Gefahr?“ statt. Ab 17.00 Uhr besteht die Möglichkeit, im Livechat mit Dorothee Bär (CDU/CSU), Christoph Pries (SPD) und Hans-Joachim Otto (FDP) zu diskutieren.

Weitere Informationen und Standpunkte finden sich in einem gesonderten Dossier. So kommt auch Christoph Waitz, Sprecher der FDP-Fraktion für Kultur- und Medienpolitik mit einem Aufruf an die Eltern zu Wort:

Eltern interessiert euch für die Spiele eurer Kinder
Wir würden uns wünschen, dass insbesondere Eltern mehr Interesse daran fänden, was ihre Kinder vor und mit dem Computer oder der Spielkonsole machen. Es wäre toll, wenn sich Eltern die Zeit nehmen würden, gemeinsam mit ihren Kindern am Computer zu spielen. Auch das ist aktiver Jugendschutz.“

via gamepro.de

Die Landesanstalt für Medien NRW hat die World Cyber Games in Köln als Zeitpunkt gewählt, eine neue Broschüre zum Thema Computerspiele zu veröffentlichen. Wissenswertes für Kinder, Jugendliche und insbesondere für Erwachsene ist dort zusammengetragen.

Die Broschüre möchte keine einfache Antworten zum Thema Computerspiele geben, da das Thema sehr komplex ist. Vielmehr will sie einen Einstieg bieten und führt den Leser anhand von 10 exemplarischen Fragen in die Thematik ein.

Aspekte sind unter anderem:

  • Welche Altersangaben sind auf Spielen gültig?
  • Ist Werbung in Computerspielen problematisch?
  • Was meint ein Spieler mit Quest und Gilde?
  • Ist mein Kind onlinesüchtig?
  • Machen Computerspiele wirklich aggressiv?
  • Wie kann ich den Umgang mit Computerspielen verantwortungsvoll regeln?

Die Broschüre enthält viele weiterführende Links und Adressen und ist sehr ansprechend aufgemacht. Sie kann per download bezogen werden, oder direkt bei der Landesanstalt kostenfrei bestellt werden.

Die Broschüre trägt die Bezeichnung „Ausgabe 1″. Dies weckt die Hoffnung auf weitere Themenbearbeitungen in so aktueller Form.

via handysektor

Als Nachtrag zur gestrigen Post über den Computerspiele Campus Cologne (CCC) hier noch ein Link zum detailierten  Programm des 3. Jugendforums NRW, das Teil des Campus ist.

Die Forum Spezial des Freitags sind:

  • Computerspiele machen Jungen stark? – Wege männlicher Identitätsentwicklung in virtuellen Spielwelten
  • Spielend Lernen in virtuellen Welten

Das Spezial am Samstag ist:

  • Job und Ausbildung, Profis aus der Medienwirtschaft berichten aus dem Berufsalltag und geben Ausbildungstipps.

Am Nachmittag wird der Jugendforumspreis 2008 verliehen.

In Köln finden auf dem Messegelände von Donnerstag bis Sonntag die Endkämpfeausscheidungen der World Cyber Games (WCG) statt, die „olympischen“ Spiele der Computerspieler. Die 850 weltbesten Computerspieler aus 82 Nationen werden in 14 unterschiedlichen Kategorien gegeneinander antreten, darunter in „Klassikern“ wie Counterstrike, der Fußball-Simulation FIFA oder dem Strategiespiel Warcraft III. Wer nicht selber nach Köln fahren kann, hat über GameSports Broadcasting die Möglichkeit, Eindrücke von der Veranstaltung und den Finals per livestream zu bekommen.

Parallel zu den WCG findet in der Kölnmesse der Computerspiele Campus Cologne (CCC) statt (siehe auch Pressemitteilung der Stadt Köln).  Das Kongressprogramm richtet sich u.a. an Eltern, Jugendliche und Pädagogen und wurde in Kooperation mit der Landesanstalt für Medien und dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW entwickelt. Das Gesamtprogramm ist vielfältig und lässt sich hier runterladen. Zwei highlights werden die Aufführung des Bremer Theaterprojekts „Helden im Netz“ und des prämierten Films  „Ben X“ sein.

Nach der Auftaktveranstaltung in Köln wird die Eltern-LAN-Reihe nun am 31.10.08 ab 15.30 Uhr in Berlin fortgesetzt. Alle Interessierten sind in den Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8 eingeladen. Wer als Eltern, Lehrer oder Mitarbeiter in der außerschulischen Jugendarbeit teilnehmen will, kann sich bei der Bundeszentrale für politische Bildung (hier) anmelden.

Weitere Informationen finden sich bei der Bundeszentrale, turtle-entertainment und auf pc-welt.

Alle Interessierten aus NRW dürfen sich noch auf den 28.11.08 freuen, wenn Eltern-LAN nach Bochum kommt.

Die Veranstaltung findet immer im Vorprogramm der Intel Friday Night Game statt, einem Spieltag der Bundesliga des eSports. Weitere Infos hier.

Seit dem 27.10.08 ist die neue Datenschutz-Infosite datenparty an den Start gegangen. Sie richtet sich vornehmlich an Jugendliche, aber auch an Eltern, Lehrer und Multiplikatoren und will für einen sorgsameren Umgang mit persönlichen Daten im Internet sensibilisieren.

Unter dem Motto „das Internet vergisst nie“ soll zum vorsichtigen und bewußten Umgang mit der Veröffentlichung von Daten, aber auch Fotos angehalten werden.

Unter der Rubrik „Feuerwehr“ gibt es Hinweise und Tipps, wie Jugendliche und Eltern mit unautorisierten Veröffentlichungen z.B. von Fotos auf Community-sites wie schuelervz umgehen können und wo es Hilfe gibt.

Datenparty ist ein Angebot des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Saarland und des Jugendserver Saar.