Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Lang, lang ist’s her: nach fast 2 Jahren Flaute im Blog nun mal wieder ein „Lebenszeichen“. Das aktuelle wordpress-update hat das bisherige theme in den Abgrund gerissen (zum Glück nicht die Datenbank), so dass auch ein neues Aussehen fällig wurde. Das jetzige finde ich sehr passend zum Thema des blogs und ich hoffe, dem Leser (falls es noch welche geben sollte) geht es genauso.

Völlig unproduktiv war ich selbstverständlich in der Zwischenzeit nicht. In meinem Twitteraccount habe ich mich weiter mit den Themen Medienkompetenz und Erziehungskompetenz beschäftigt und mit dem hashtag #eum (erziehungundmedien) versehene tweets gepostet.

Nun soll es auch hier wieder mit neuer Motivation weitergehen – soweit jedenfalls die „guten Vorsätze“ 😉

Seit heute mittag ist medienbewusst.de, ein Projekt des Mediacampus der Universität Illmenau online. Es handelt sich um ein redaktionell betriebenes Onlineportal, dass über die Chancen und Risiken moderner Medien informieren will.

Die Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Computer- und Videospiele, Internet, Kino, Handy, Musik und Hörbücher sowie der Bereich der Forschung. Es werden kindgerechte Medienangebote vorgestellt und deren Macher interviewt. Zusätzlich sollen Praxistipps Familien befähigen, spielerisch Medienkompetenz zu vermitteln.

Im Bereich „Materialien“ sind vielfältige Links zu weiterführenden Informationsquellen zu finden.

In einem angegliederten Forumsbereich besteht die Möglichkeit, sich selbst als User aktiv in die Diskussion miteinzubringen.

Nach der Auftaktveranstaltung in Köln wird die Eltern-LAN-Reihe nun am 31.10.08 ab 15.30 Uhr in Berlin fortgesetzt. Alle Interessierten sind in den Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8 eingeladen. Wer als Eltern, Lehrer oder Mitarbeiter in der außerschulischen Jugendarbeit teilnehmen will, kann sich bei der Bundeszentrale für politische Bildung (hier) anmelden.

Weitere Informationen finden sich bei der Bundeszentrale, turtle-entertainment und auf pc-welt.

Alle Interessierten aus NRW dürfen sich noch auf den 28.11.08 freuen, wenn Eltern-LAN nach Bochum kommt.

Die Veranstaltung findet immer im Vorprogramm der Intel Friday Night Game statt, einem Spieltag der Bundesliga des eSports. Weitere Infos hier.

Michael Gisiger greift in seinem Blog Wortgefecht die Spaltung der Gesellschaft in sogenannte „Digital Natives“ und „Digital Immigrants“ auf. Gemeint ist die Kluft zwischen den vor 1970 und nach 1980 Geborenen hinsichtlich ihrer IT- und Computernutzung. Nach Moshe Rappoport von IBM Research „…werden erstere Zeit ihres Lebens digitale Immigranten bleiben.“ Der Beitrag ist sehr lesenswert und ich empfehle auch die Kommentare, die substanziell sind.

Have You Seen CNN Lately?

Der CNN-Comic verdeutlicht aber einen Aspekt des Themas, den ich entsprechend meines Blogthemas nocheinmal hervorheben will: diese digitale Spaltung führt nicht nur durch Unternehmen, Konsumentengruppen oder Landschaften, sie führt in aller Regel mitten durch Familien. Da gibt es die natives, die von kleinauf mit allen digitalen Errungenschaften unserer Kultur aufwachsen und vertraut sind. Und es gibt die immigrants, denen die meisten dieser Dinge immer ein wenig fremd und damit auch bedrohlich bleiben. So wie den einen der Umgang mit den heutigen Medien wie eine zweite Haut vertraut ist, so wird den anderen der Umgang immer auch eine Anstrengung sein. Wichtig scheint es, dass die immigrants, sprich die Eltern bereit bleiben oder werden, sich dieser Anstrengung zu stellen, um ihre Erziehungsaufgabe angemessen ausfüllen zu können.

handysektor.de weist noch einmal auf eine Broschüre des Verbraucherministeriums Rheinland-Pfalz hin, an dem auch handysektor mitgearbeitet hat (download hier).

Dialer, Pishing, Lockanrufe oder ungewollte Abos – dies ist nur eine kleine Auswahl möglicher Kostenfallen bei Internet und Handy. Die Broschüre geht alle Bereiche durch, beschreibt die Gefahren und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Im Kapitel „Beratungsangebote“ gibt es Adressen für Verbraucherschutz, Schuldnerberatung, Beratung von Eltern, Jugendschutz, Medienkompetenz bis hin zur Kriminalprävention der Polizei.

Jens Wiemken berichtet in seinem blog über einer Studie zum NDS-Spiel Dr. Kwashima, die an schottischen Grundschulen durchgeführt wurde. Dbnach wirkt sich dieses Spiel insbesondere im Fach Mathematik positiv auf die Leistungen der Schüler aus.

Zusammenfassung und weiteres Links siehe hier.

Das Goethe-Institut veröffentlicht auf seiner Internetseite ein Interview mit Professor Michael Kerres, dem Leiter des „Duisburg Learning Lab“ an der Universität Diusburg-Essen.

„Serious Games“ versuchen Lernen und Spielen am Computer zu verbinden. Die cebit 2007 beschäftigte sich in einer ganztägigen Veranstaltung mit dem Thema (siehe hier).

Bisher fehlen überzeugende Konzepte: Das Lernen ist zu vordergründig, der Spielspaß und damit die Motivation bleibt zu schnell auf der Strecke. Der technische Standard und die Grafik wirkt in der Regel vorsinnflutlich.

Kerres favorisiert internetbasierte Lernspielplattformen wie scoyo.de oder studybuddy.de, die ergänzend noch das Lernen im Netzwerk fördern sollen über Kommunikationsforen. Zu Recht stellt er die Frage, ob sich solche Foren dann gegen SchuelerVZ und andere Plattformen durchsetzen können.

Und es gibt sie doch: laut einem spiegelonline-Artikel schreiben geschätzte 30 bis 70 Lehrer in Deutschland Online-Tagebücher – eine verschwindend geringe Zahl, aber immerhin ein Anfang (wieviele bloggende Erziehungsberater es wohl gibt?).

Thomas Rau, Betreiber des „Lehrerzimmer„-Blogs, träumt laut spiegel davon, dass sich die vielen Einzelkämpfer-Lehrer online vernetzen und austauschen. „Lehrer sollten viel mehr zusammenarbeiten. Das Internet ist dafür eine tolle Möglichkeit“, so Rau. Aber der Artikel stellt zurecht auch fest, daß für viele Lehrer das Internet eher ein Angstmedium ist.

Heute erzeugt der spiegel-Artikel offensichtlich soviel Interesse, daß aktuell die Seite down ist.

Also liebe Lehrer: morgen noch einmal vorbeischauen und Anregungen holen!

Zum Thema „bloggende Schüler“ siehe hier.

Eine US-Umfrage unter Schülern zwischen 12 und 17 Jahren belegt, dass bloggende Teenager mehr schreiben, sowohl online wie auch offline. Auch bei der Wertschätzung des Schreibens als Erfolgsfaktor im weiteren Leben liegen die Blogger deutlich vor den Nichtbloggern.

Wieviele bloggende Teenager gibt es eigentlich in Deutschland? Gibt es Schulen, die aktiv das Bloggen von Schülern fördern? Hat der Philologenverband dazu eine Meinung?

Einige Beispiele bloggender Schüler lassen sich hier finden:

pralinenmonster, Tagebuch eines Schüler-Praktikums, Schulkritik

Sicherheitsregeln für bloggende Schüler gibts hier.

Mit der bloggenden Schule hat sich unter anderem auch die letzte re:publica  befasst.

Eltern müssen für die Internetaktivitäten ihrer Kinder haften.

Wie bei stern.de nachzulesen, hat das Landgericht München heute in einem Grundsatzurteil klargestellt, dass Eltern auch im Internet für ihre Kinder haften müssen.

Im konkreten Fall hatte eine 16-jährige von der Internetseite einer Fotografin Aufnahmen kopiert, daraus eine Videokollage erstellt und diese dann auf zwei Internetportalen eingestellt.

Kernfrage der gerichtlichen Auseinandersetzung war, ob die elterliche Aufsichtspflicht auch für das Internet gelte. Die Eltern hatten mit ihrem Wissensdefizit zum Thema „Internet“ argumentiert. Folglich konnten sie auch nicht glaubhaft machen, ihre Belehrungs- und Prüfungspflicht gegenüber der Tochter wahrgenommen zu haben.

Insbesondere bei der Handhabung „gefährlicher Gegenstände“ bedürfen Kinder und Jugendlicher der Aufsicht und Belehrung über Gefahren und Risiken. Im Sinne der BGH-Rechtssprechung ist laut Landgericht München ein mit dem Internet verbundener Computer als ein solcher „gefährlicher Gegenstand“ anzusehen und Eltern sind verpflichtet Maßnahmen zu ergreifen, um Schädigungen Dritter durch ihr Kind zu verhindern.

Also liebe Eltern: nicht hinter der eigenen Unwissenheit verstecken, sondern besser sich kundig machen, auch um wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden.