Monthly Archive for Mai, 2008

Der Philologenverband und die Medienkompetenz

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, sieht in einer Pressemitteilung Kinder und Jugendliche immer früher mit jugendgefährdenden Bild- und Textmaterial aus dem Internet konfrontiert. Aus dem Internet gelangen einschlägige Bilder und Videos auf die Handys oder entsprechende Adressen werden untereinander ausgetauscht.

Meidinger fordert eine umfassende pädagogische und erzieherische Offensive von Politik, Eltern und Schule um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit dieser Entwicklung allein gelassen werden.

Sicherlich eine absolut berechtigte Forderung, aber was dann folgt, wirkt doch sehr dünn:

- Die Politik soll Einfluss auf Suchmaschinen nehmen (?) und auf eine obligatorische Integration von Schutzfiltern in Computerbetriebssystemen drängen (?).
- Die Möglichkeit der Entwicklung von elterlicher Medienkompetenz scheint der Philologenvorsitzende schon aufgegeben zu haben und billigt jedem Zwölfjährigen mehr Internetkompetenz zu als den Eltern. Hier werden wohl die technischen Kompetenzen der Jugendlichen überschätzt und die Lernfähigkeit ihrer Eltern unterbewertet. Medienkompetenz ist nun einmal mehr als zu wissen, wo ich im Internet die “schmutzigen” Inhalte finde.
- Die Offensive der Schule zum Thema sieht Meidinger in einer Weiterentwicklung des Sexualkundeunterrichts, “…um stärker auf die bisher ausgesparten Inhalte ein(zu)gehen…” (was immer dies bedeuten mag) und einer Null-Toleranz-Politik im Umgang mit Porno- und Gewaltvideos auf mitgebrachten Speichermedien.

Mag man sich der zuletzt genannten Forderung noch anschließen mögen, so mutet es doch befremdlich an, die fehlende Medienkompetenz der Jugendlichen durch einen verbesserten Sexualkundeunterricht kompensieren zu wollen. Oder hofft Meidinger, dass die Kids sich nicht mehr für Pornographie im Internet interessieren werden, wenn das Thema schon im Unterricht behandelt wurde ?

Nicht wundern - nur Urlaub

Liebe(r) LeserInnen,

es folgt nun eine 2 wöchige Veröffentlichungspause wegen Urlaub. Ich hoffe, mich küsst in dieser Zeit die Muse und inspiriert mich für viele weitere Artikel.

Also Ende Mai geht es weiter. Bis dahin allen eine gute Zeit.

Geschützt: Handy, Chat und Co - Aufwachsen im Mediendschungel - Vortragsfolien

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Schule und Computerspiele - 2 Welten begegnen sich

Spiegel-Online greift in dem Artikel “Lehrer bringen Schülern das Spielen bei” ein Tabu-Thema auf: Computerspiele in der Schule.

Bisher reduziert sich die schulische Vermittlung von Medienkompetenz im Bereich der Computerspiele auf Warnungen und Verbote. Die Wertschätzung jugendlicher Alltagskultur hat leider noch nicht Einzug gehalten. Um so wohltuender wirkt der Ansatz von Marco Fileccia vom Elsa-Brandström-Gymnasium in Oberhausen, das Thema offensiv anzugehen. Er entwickelt Verständnis für den Reiz von Computerspielen (teilt diesen Reiz sogar) und kann darüber die Jugendlichen abholen, auch vielleicht zum ersten Mal zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Ähnliches wünscht man sich für die Auseinandersetzung mit dem Bereich “Handy”. Die Mobiltelefone sind allgegenwärtig, die Auseinandersetzung von Schule beschränkt sich aber in aller Regel auf das Verbot. Eine aktive Auseinandersetzung mit dem Medium findet häufig nicht statt.

Eine der wenigen Ausnahmen ist hier die Alfred-Teves Schule in Gifhorn. Der Schüler-Projektbereich umfasst hier u.a. die Bereiche “Sauberes Handy” und “Computerspiele in der Schule”.