Monthly Archive for September, 2008

Kostenfallen bei Internet und Handy

handysektor.de weist noch einmal auf eine Broschüre des Verbraucherministeriums Rheinland-Pfalz hin, an dem auch handysektor mitgearbeitet hat (download hier).

Dialer, Pishing, Lockanrufe oder ungewollte Abos - dies ist nur eine kleine Auswahl möglicher Kostenfallen bei Internet und Handy. Die Broschüre geht alle Bereiche durch, beschreibt die Gefahren und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Im Kapitel “Beratungsangebote” gibt es Adressen für Verbraucherschutz, Schuldnerberatung, Beratung von Eltern, Jugendschutz, Medienkompetenz bis hin zur Kriminalprävention der Polizei.

Projekt “Netz mit Web-Fehlern?”

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) hat mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) das Projekt “Netz mit Web-Fehlern?” ins Leben gerufen (weitere Infos auf Mediaculture-online hier).

Ziel des Projektes ist es, Betroffene und Angehörige für das Thema “Computerspielsucht” zu sensibilisieren und Hilfen bei exzessivier Computernutzung zu bieten. Auftakt ist eine Fachtagung in Frankfurt am 02.10.08 zum Thema “Exzessive Computer- und Internetnutzung: neues Aufgabenfeld der Suchthilfe?” (Programm hier). Unter anderen berichtet Klaus Wölfling von der Arbeit der Computerspielsuchtambulanz der Uni Mainz.

Später sollen Seminare für Suchtberater zum Thema “Medienkompetenz” folgen, sowie ein Selbsthilfenetzwerk für Betroffene und ihre Angehörigen analog der Netzwerke z.B. im Bereich der Alkoholabhängigkeit aufgebaut werden.

Bisher führt der Link zum Thema Onlinesucht aber lediglich auf eine unattraktive Suchmaske ohne Inhalt.

LAN-Party für Eltern in Köln

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet in  Zusammenarbeit mit Turtle Entertainment, spielbar.de und Spielraum am 10.10.08 im Tanzbrunnen Köln ein Eltern-LAN an.

Ziel der Initiative ist es, Eltern und pädagogisch Tätigen einen Einblick in das Computerspielen zu geben, dem bevorzugten Hobby ihrer Kinder und Schüler.

Es gibt eine medienpädagogische Einführung, danach wird gezockt: Neben Tetrinet steht Warcraft3 und auch Counterstrike 1.6 auf dem Programm.

Infos unter bpb und auch auf gamepro.de.

Dr. Kawashima macht schlauer

Jens Wiemken berichtet in seinem blog über einer Studie zum NDS-Spiel Dr. Kwashima, die an schottischen Grundschulen durchgeführt wurde. Dbnach wirkt sich dieses Spiel insbesondere im Fach Mathematik positiv auf die Leistungen der Schüler aus.

Zusammenfassung und weiteres Links siehe hier.

Massenmedium “Computerspiel”

Unter dem Titel “Wir sind Schurken” gibt Götz Hamann auf Zeit-online eine gute Übersicht zum aktuellen Diskussionsstand.

Kulturgesellschaftliche Aspekte (insbesondere das Computerspiel als Ausdruck und Medium von Jugendkultur und Abgrenzung), die ökonomische Dimension im Vergleich zur Musik- und Filmindustrie, aber auch die häufig von Eltern geäußerten Sorgen um Spielabhängigkeit und Gewalt in Computerspielen werden kurz angerissen.

Zum Abschluß  wird der amerikanische Autor Steven Johnson zitiert, demnach uns Computerspiele nicht klüger, sondern smarter machen, also geschickter und tüchtiger und somit hervorragend auf ein Leben in der Marktwirtschaft vorbereiten.

Ein Aspekt taucht hingegen überhaupt nicht in dem Artikel von Götz Hamann auf: Computerspiele machen auch schlicht und einfach SPASS.

Finnen ohne “Killerspiel-Reflex”

Zeit-online berichtet unter dem Titel “Traurig und abscheulich” über die Reaktionen in Finnland auf das Attentat von Kauhajoki. Beeindruckend und sehr lesenswert ist der Kommentar von “lead 341″ zu diesem Artikel, den ich hier ungekürzt wiedergeben möchte:

“Beim Lesen dieser traurigen Nachricht, insbesondere aber der darauf folgenden Kommentare von finnischen Psychologen, Politikern und anderer Mitmenschen erleidet der an deutsche Medien gewöhnte Leser ein gewisses Maß an Verwirrung: Da ist von Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit die Rede, Gewalt als ultima ratio verzweifelter Jugendlicher, von Ausgrenzung, Vereinsamung und Depressionen und schließlich von fehlender Sensibilität seitens der Eltern und Verwandten. Moment mal: was sind das für fadenscheinige Erklärungsversuche? Haben wir nicht alle gelernt, dass die Computerspiele monokausal für derartiges Verhalten verantwortlich sind? Hat etwa die finnische Kälte die kognitiven Fähigkeiten der Finnen benebelt, dergestalt, dass sie anstatt plausiblen, einfachen Erklärungsversuchen anzuhängen auf komplexe, multikausale und wenig medienwirksame rekurrieren? Und wohin soll das ganze führen? Das könnte ja fast darin resultieren, dass es - Gottes Wege sind unergründlich - die Finnen tatsächlich eines Tages schaffen, durch eine (völlig unverständliche) gute Bildungs- und Arbeitspolitik, durch komplexe Ursachenanalyse etc. diese traurigen Ereignisse zu eliminieren oder zumindest zu minimieren.”

N24 setzt sich mit dem Begriff “Amoklauf” kurz und prägnant auseinander (hier).

Unterrichtsmaterial zum Thema “Chatten ohne Risiko”

Auf den Internetseiten von “Chatten ohne Risiko” sind Unterrichtsmaterialien zum Thema bereitgestellt.

Für die Klassenstufen 4 bis 7 und 7 bis 10 werden Lehrmodule mit entsprechenden Materialien zum Download zur Verfügung gestellt.

Die Materialien enthalten:

  • ein kurzes Verlaufsmodell mit Erläuterungen
  • Erläuterungen zu den ebenfalls downloadbaren Zusatzmaterialien wie z.B. den “Chat-Pads”
  • Antworten auf häufig gestellte Fragen von Schülerinnen und Schülern
  • Weiterführende Literatur und Websites

Auch für Eltern hält “Chatten ohne Risiko” viele wertvolle Informationen bereit. Das Projekt wird gemeinsam gefördert von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Würtemberg (lfk) sowie von jugendschutz.net

Die Handyschule

handysektor.de berichtet heute von einem Projekt an fünf englischen Schulen. Statt einem Verbot sollten die Schüler neun Monate lang ihre Handys mit in den Unterricht bringen und dort einsetzen. Ziel war es herauszufinden, ob und wie Handys beim schulischen Lernen helfen können.

Möglichkeiten der schulischen Nutzung waren u.a. Kurzfilme drehen oder an die Hausaufgaben erinnern. Schülerseitig wurde das Projekt durchweg positiv aufgenommen, die Reaktion der beteiligten Lehrer war gespalten. Neben der Begeisterung über neue Ausdrucksmöglichkeiten für Schüler stand die Sorge vor Ablenkung u.a. durch die mp3-Funktion der Handys.

Machen Killerspiele gewalttätig - neue Studie beginnt

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden noch Probanden für eine neue Studie zur Frage der Auswirkung medialer Gewaltdarstellungen auf emotionale Verarbeitungsprozesse des Gehirns gesucht (Ankündigung siehe hier).

In einem Gespräch mit dpa (siehe heise.news hier) hat sich der Projektleiter und Psychiater Bert te Wildt zum Thema Computerspiele geäußert. Die Forschungslage spricht dafür, dass brutale Computerspiele die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden nachhaltig beeinflussen können. Gleichzeitig warnt er aber davor, eine direkte Verbindung vom Computerspiel zum Amoklauf zu ziehen. Zu solchen extremen Fehlentwicklungen müssen noch anderen Faktoren psychischer Erkrankung hinzukommen wie z.B. Depressivität.

Wenn SMS zur Sucht wird

Stern.de beschäftigt sich in diesem Video mit dem Thema: Jugendliche die täglich bis zu zweihundert SMS versenden, monatlich mehrere tausend - die SMS-Flatrate macht es möglich, ohne sich finanziell zu ruinieren.

Die Mehrzahl der Jugendlichen kommt auf maximal 100 SMS pro Monat - da fallen solche “SMS-Junks” natürlich besonders auf. Der Begriff “Sucht” ist leider ein wenig reißerisch in diesem Zusammenhang.

Viele Infos zum Thema “Handy” gibt es auf handysektor.de.