Artikel-Schlagworte: „Computerspiele“

Seit heute mittag ist medienbewusst.de, ein Projekt des Mediacampus der Universität Illmenau online. Es handelt sich um ein redaktionell betriebenes Onlineportal, dass über die Chancen und Risiken moderner Medien informieren will.

Die Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Computer- und Videospiele, Internet, Kino, Handy, Musik und Hörbücher sowie der Bereich der Forschung. Es werden kindgerechte Medienangebote vorgestellt und deren Macher interviewt. Zusätzlich sollen Praxistipps Familien befähigen, spielerisch Medienkompetenz zu vermitteln.

Im Bereich „Materialien“ sind vielfältige Links zu weiterführenden Informationsquellen zu finden.

In einem angegliederten Forumsbereich besteht die Möglichkeit, sich selbst als User aktiv in die Diskussion miteinzubringen.

Auf mitmischen.de, dem Jugendportal des Deutschen Bundestages, findet heute ein Expertenchat zum Thema „Computerspiele – Spaß oder Gefahr?“ statt. Ab 17.00 Uhr besteht die Möglichkeit, im Livechat mit Dorothee Bär (CDU/CSU), Christoph Pries (SPD) und Hans-Joachim Otto (FDP) zu diskutieren.

Weitere Informationen und Standpunkte finden sich in einem gesonderten Dossier. So kommt auch Christoph Waitz, Sprecher der FDP-Fraktion für Kultur- und Medienpolitik mit einem Aufruf an die Eltern zu Wort:

Eltern interessiert euch für die Spiele eurer Kinder
Wir würden uns wünschen, dass insbesondere Eltern mehr Interesse daran fänden, was ihre Kinder vor und mit dem Computer oder der Spielkonsole machen. Es wäre toll, wenn sich Eltern die Zeit nehmen würden, gemeinsam mit ihren Kindern am Computer zu spielen. Auch das ist aktiver Jugendschutz.“

via gamepro.de

Die Landesanstalt für Medien NRW hat die World Cyber Games in Köln als Zeitpunkt gewählt, eine neue Broschüre zum Thema Computerspiele zu veröffentlichen. Wissenswertes für Kinder, Jugendliche und insbesondere für Erwachsene ist dort zusammengetragen.

Die Broschüre möchte keine einfache Antworten zum Thema Computerspiele geben, da das Thema sehr komplex ist. Vielmehr will sie einen Einstieg bieten und führt den Leser anhand von 10 exemplarischen Fragen in die Thematik ein.

Aspekte sind unter anderem:

  • Welche Altersangaben sind auf Spielen gültig?
  • Ist Werbung in Computerspielen problematisch?
  • Was meint ein Spieler mit Quest und Gilde?
  • Ist mein Kind onlinesüchtig?
  • Machen Computerspiele wirklich aggressiv?
  • Wie kann ich den Umgang mit Computerspielen verantwortungsvoll regeln?

Die Broschüre enthält viele weiterführende Links und Adressen und ist sehr ansprechend aufgemacht. Sie kann per download bezogen werden, oder direkt bei der Landesanstalt kostenfrei bestellt werden.

Die Broschüre trägt die Bezeichnung „Ausgabe 1″. Dies weckt die Hoffnung auf weitere Themenbearbeitungen in so aktueller Form.

via handysektor

Als Nachtrag zur gestrigen Post über den Computerspiele Campus Cologne (CCC) hier noch ein Link zum detailierten  Programm des 3. Jugendforums NRW, das Teil des Campus ist.

Die Forum Spezial des Freitags sind:

  • Computerspiele machen Jungen stark? – Wege männlicher Identitätsentwicklung in virtuellen Spielwelten
  • Spielend Lernen in virtuellen Welten

Das Spezial am Samstag ist:

  • Job und Ausbildung, Profis aus der Medienwirtschaft berichten aus dem Berufsalltag und geben Ausbildungstipps.

Am Nachmittag wird der Jugendforumspreis 2008 verliehen.

In Köln finden auf dem Messegelände von Donnerstag bis Sonntag die Endkämpfeausscheidungen der World Cyber Games (WCG) statt, die „olympischen“ Spiele der Computerspieler. Die 850 weltbesten Computerspieler aus 82 Nationen werden in 14 unterschiedlichen Kategorien gegeneinander antreten, darunter in „Klassikern“ wie Counterstrike, der Fußball-Simulation FIFA oder dem Strategiespiel Warcraft III. Wer nicht selber nach Köln fahren kann, hat über GameSports Broadcasting die Möglichkeit, Eindrücke von der Veranstaltung und den Finals per livestream zu bekommen.

Parallel zu den WCG findet in der Kölnmesse der Computerspiele Campus Cologne (CCC) statt (siehe auch Pressemitteilung der Stadt Köln).  Das Kongressprogramm richtet sich u.a. an Eltern, Jugendliche und Pädagogen und wurde in Kooperation mit der Landesanstalt für Medien und dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW entwickelt. Das Gesamtprogramm ist vielfältig und lässt sich hier runterladen. Zwei highlights werden die Aufführung des Bremer Theaterprojekts „Helden im Netz“ und des prämierten Films  „Ben X“ sein.

Am 19.10., dem kommenden Sonntag, befasst sich das rtl2-Format „Welt der Wunder“ mit dem Thema „Computerspiele“ (weitere Infos hier). Im Anschluss an die Sendung bearbeitet eine Expertenrunden im Internet auf wdwip.tv weiter das Thema.

Auch in der folgenden Woche befasst sich wdwip.tv weiter mit demThema „Computerspiele“:

  • Montag: E-Sport – die neue Welle. Sportler tummeln sich bald auch bei Olympia
  • Dienstag: Simulierte Wirklichkeiten. Virtuelle Welten – Die große Chance
  • Mittwoch: e-Learning. Das virtuelle Klassenzimmer
  • Donnerstag: Hardware Spezial. Notebook Case-Modding und mehr
  • Freitag: Star Wars Special. Die Filme, die Spiele und die Technik hinter der Sage

Jeden Tag ab 17.00 Uhr startet der Stream auf wdwip.tv.

via byte42

Benedikt Köhler, Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Bundeswehr in München, fasst in seinem Blog „viralmythen“ einen aktuellen Bericht des amerikanischen PEW-Instituts zusammen, in dem über 1000 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren zu ihren Computerspielerfahrungen und -gewohnheiten befragt worden waren.

Danach gilt es sich zu verabschieden von gängigen (Vor-)Urteilen zum Thema Computerspiele und ihrer Wirkung auf Jugendliche:

1. Computerspielen ist nur eine Nischenbeschäftigung? Falsch.
2. Computerspielen tun nur die Jungs, während die Mädchen lieber miteinander reden? Falsch.
3. Computerspiel = Ballerspiel? Falsch.
4. Computerspiele machen einsam? Meistens falsch.
5. Computerspiele fördern asoziales Verhalten? Falsch.

Auch die Aussagen der Studie zum Thema „Eltern und Computerspiele“ halten Interessantes bereit:

  • Die Mehrheit der Eltern ist sich durchaus bewußt, dass ihre Kinder Computerspiele spielen.
  • Die meisten Eltern wissen, welche Spiele aktuell von ihren Kindern gespielt werden.
  • Über die Hälfte der Eltern beachten die Altersklassifizierung beim Kauf von Spielen.
  • Eltern von Jungs intervenieren eher beim Thema Computerspiel als Eltern von Mädchen.
  • Nur wenige Eltern spielen mit ihren Kindern Computerspiele.

Frank P. Schulte hält auf seinem Blog „Phaenorealismus“ noch einen interessanten Gedanken zum Thema bereit: Wenn es stimmt, dass 97 % aller Kinder und Jugendlichen Computerspiele spielen, müssen wir uns da nicht Gedanken darüber machen, was mit dem „verhaltensauffälligen“ Rest von 3% los ist ?

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet in  Zusammenarbeit mit Turtle Entertainment, spielbar.de und Spielraum am 10.10.08 im Tanzbrunnen Köln ein Eltern-LAN an.

Ziel der Initiative ist es, Eltern und pädagogisch Tätigen einen Einblick in das Computerspielen zu geben, dem bevorzugten Hobby ihrer Kinder und Schüler.

Es gibt eine medienpädagogische Einführung, danach wird gezockt: Neben Tetrinet steht Warcraft3 und auch Counterstrike 1.6 auf dem Programm.

Infos unter bpb und auch auf gamepro.de.

Unter dem Titel „Wir sind Schurken“ gibt Götz Hamann auf Zeit-online eine gute Übersicht zum aktuellen Diskussionsstand.

Kulturgesellschaftliche Aspekte (insbesondere das Computerspiel als Ausdruck und Medium von Jugendkultur und Abgrenzung), die ökonomische Dimension im Vergleich zur Musik- und Filmindustrie, aber auch die häufig von Eltern geäußerten Sorgen um Spielabhängigkeit und Gewalt in Computerspielen werden kurz angerissen.

Zum Abschluß  wird der amerikanische Autor Steven Johnson zitiert, demnach uns Computerspiele nicht klüger, sondern smarter machen, also geschickter und tüchtiger und somit hervorragend auf ein Leben in der Marktwirtschaft vorbereiten.

Ein Aspekt taucht hingegen überhaupt nicht in dem Artikel von Götz Hamann auf: Computerspiele machen auch schlicht und einfach SPASS.

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden noch Probanden für eine neue Studie zur Frage der Auswirkung medialer Gewaltdarstellungen auf emotionale Verarbeitungsprozesse des Gehirns gesucht (Ankündigung siehe hier).

In einem Gespräch mit dpa (siehe heise.news hier) hat sich der Projektleiter und Psychiater Bert te Wildt zum Thema Computerspiele geäußert. Die Forschungslage spricht dafür, dass brutale Computerspiele die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden nachhaltig beeinflussen können. Gleichzeitig warnt er aber davor, eine direkte Verbindung vom Computerspiel zum Amoklauf zu ziehen. Zu solchen extremen Fehlentwicklungen müssen noch anderen Faktoren psychischer Erkrankung hinzukommen wie z.B. Depressivität.