Artikel-Schlagworte: „Jugendmedienschutz“

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter e.V. (FSM) bietet in Kooperation mit der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V. und klicksafe.de das neue Informationsportal „Jugend und Handy“ an.

Das Portal ist gedacht für Eltern, die dort viele Informationen rund um den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit dem Handy bekommen können.

Nach Kurzinfos zu den verschiedenen Funktionen moderner Handys wird auch auf die kritischen Aspekte der Nutzung hingewiesen. So geht die Seite im Bereich „Datentausch und MMS“ auch auf die Themen problematische Inhalte (Gewalt/Pornographie), unerwünschte Kontaktaufnahmen und Cybermobbing ein. Dort sind links zu den verschiedenen Mobilfunkanbietern und ihren jeweiligen Jugendschutzmaßnahmen zu finden, aber auch konkrete Anleitungen für die Konfiguration von Handys (z.B. Bluetooth abschalten).

Insgesamt eine sehr empfehlenswerte, informative Seite.

Auf den Internetseiten von „Chatten ohne Risiko“ sind Unterrichtsmaterialien zum Thema bereitgestellt.

Für die Klassenstufen 4 bis 7 und 7 bis 10 werden Lehrmodule mit entsprechenden Materialien zum Download zur Verfügung gestellt.

Die Materialien enthalten:

  • ein kurzes Verlaufsmodell mit Erläuterungen
  • Erläuterungen zu den ebenfalls downloadbaren Zusatzmaterialien wie z.B. den „Chat-Pads“
  • Antworten auf häufig gestellte Fragen von Schülerinnen und Schülern
  • Weiterführende Literatur und Websites

Auch für Eltern hält „Chatten ohne Risiko“ viele wertvolle Informationen bereit. Das Projekt wird gemeinsam gefördert von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Würtemberg (lfk) sowie von jugendschutz.net

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, reagiert auf die Forderung des Bayerischen Innenministers Joachim Hermann nach einem Verbot von gewalthaltigen Computerspielen. Dieser hatte anlässlich des bayrischen Wahlkampfs eines „Expertengesprächs“ am letzten Montag zusammen mit Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Fortschungsinstituts Niedersachsen, die Diskussion um ein Verbot wieder eröffnet.

Mittlerweile ist innerhalb der Union ein Konflikt um ein Verbot von „Killerspielen“ entstanden (siehe hier).

Zu recht fordert Olaf Zimmermann vom Kulturrat auf, die Energie besser in die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu stecken, sowie in die Auszeichnung guter Computerspiele.

Mit dem geplanten Deutschen Computerspielpreis will die Bundesregierung stärker auf gewaltfreie, anspruchsvolle Computerspiele aufmerksam machen.

Pikanter Weise bemüht sich dem Vernehmen nach die Bayerische Staatsregierung darum, dass der Preis in München verliehen wird.

Seit dem 01. Juli 08 ist das „Erste Gesetz zur Änderung des Jugendschutzgesetztes“ in Kraft.

Laut Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vom 30.06.08 werden die Indizierungskriterien für die Bundesprüfstelle in Bezug auf mediale Gewaltdarstellungen erweitert und präzisiert, sowie die Sichtbarkeit der Alterskennzeichen von FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) und USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) verbessert.

Die Verbesserung der Sichtbarkeit der Alterskennzeichen scheint in der Diskussion unstrittig zu sein. Wichtig ist der Hinweis, dass die Alterskennzeichnung der USK nicht einer Spielempfehlung gleichkommt, sondern eher im Sinne einer Negativbeschreibung die Altersuntergrenze darstellt, nach der ein Spiel einem Kind oder Jugendlichen zumutbar ist. Unberücksichtigt muss dabei der individuelle Entwicklungsstand des einzelnen Kindes oder Jugendlichen bleiben. Ein Spiel, freigegeben für Jugendliche ab 12 Jahre kann evtl. für manchen 14-jährigen doch nicht zuträglich sein. Gefragt bleibt immer noch die persönliche Kenntnis der Eltern über ihre Kinder.

Viel kontroverser stellt sich die Diskussion um die Verschärfung der Indizierungskriterien dar.

Zur Erläuterung:
Die USK befindet sich seit dem 01.06.08 in Trägerschaft der Industrieverbände „Bundesverband interaktive Unterhaltungssoftware e.V.“ und „Bundesverband der Entwickler von Computerspielen G.A.M.E. e.V.“ (siehe hier). Diese Konstruktion ist ausdrücklich auch von Bund und Ländern so gewollt. Vor Markteinführung werden der USK Spiele zur Alterskennzeichnung vorgelegt.
Die Bundesprüfstelle ist eine selbständige Bundesbehörde und dem BMFSFJ nachgeordnet. Sie nimmt den gesetzlichen Jugendmedienschutz war und kann durch Indizierung Beschränkungen für die Abgabe und Bewerbung u.a. von Spielen aussprechen.
Die Kooperation zwischen USK und Bundesprüfstelle ist nicht immer reibungslos.

Der Deutsche Familienverband hat hierzu eine interessante Stellungnahme veröffentlicht.

Die Befürchtung, dass der Kauf von indizierten Spielen zukünftig ins Ausland verlegt wird, scheint nicht unbegründet. Die Zeitschrift Gamestar hat bei einer Umfrage die Frage gestellt: „Wie gehen Sie mit dem neuen Jugendschutzgesetz um?“ Von den 5956 Teilnehmern gaben 60 % an, gewünschte, aber indizierte Spiele eben aus dem Ausland importieren zu wollen.

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heise online news vom 04.08.04: Auf der Munich Gaming Konferenz, die aktuell in München stattfindet, fordert Wolf Dieter Ring, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) eine neue Selbstkontrolleinrichtung für Online-Spiele.

Hintergrund ist die Suchtgefahr, die für ca. 5 % der „Viel- und Exzessivspieler“ befürchtet wird und die Gefahr von verbalen Übergrifflichkeiten Erwachsener auf Jugendliche, die in den ingame-chats möglich sind, mit denen so gut wie alle aktuellen Online-Spiele ausgestattet sind.

heise-online news vom 08.04.: Hinweis auf die Tagung „Jugendmedienschutz 2.0″ und Interview mit Sandra Fleischer, Leiterin der Erfurter Geschäftsstelle von „Ein Netz für Kinder“ zur Rolle der Eltern bei der Vermittlung von Medienkompetenz. Sie weist darauf hin, dass Schule diese Medienbildung nicht leisten kann. „Natürlich wird mit Medien gearbeitet, aber Lehrer, die eine medienpädagogische Ausbildung haben, gibt es kaum.“