Artikel-Schlagworte: „Schule“

Und es gibt sie doch: laut einem spiegelonline-Artikel schreiben geschätzte 30 bis 70 Lehrer in Deutschland Online-Tagebücher – eine verschwindend geringe Zahl, aber immerhin ein Anfang (wieviele bloggende Erziehungsberater es wohl gibt?).

Thomas Rau, Betreiber des „Lehrerzimmer„-Blogs, träumt laut spiegel davon, dass sich die vielen Einzelkämpfer-Lehrer online vernetzen und austauschen. „Lehrer sollten viel mehr zusammenarbeiten. Das Internet ist dafür eine tolle Möglichkeit“, so Rau. Aber der Artikel stellt zurecht auch fest, daß für viele Lehrer das Internet eher ein Angstmedium ist.

Heute erzeugt der spiegel-Artikel offensichtlich soviel Interesse, daß aktuell die Seite down ist.

Also liebe Lehrer: morgen noch einmal vorbeischauen und Anregungen holen!

Zum Thema „bloggende Schüler“ siehe hier.

Eine US-Umfrage unter Schülern zwischen 12 und 17 Jahren belegt, dass bloggende Teenager mehr schreiben, sowohl online wie auch offline. Auch bei der Wertschätzung des Schreibens als Erfolgsfaktor im weiteren Leben liegen die Blogger deutlich vor den Nichtbloggern.

Wieviele bloggende Teenager gibt es eigentlich in Deutschland? Gibt es Schulen, die aktiv das Bloggen von Schülern fördern? Hat der Philologenverband dazu eine Meinung?

Einige Beispiele bloggender Schüler lassen sich hier finden:

pralinenmonster, Tagebuch eines Schüler-Praktikums, Schulkritik

Sicherheitsregeln für bloggende Schüler gibts hier.

Mit der bloggenden Schule hat sich unter anderem auch die letzte re:publica  befasst.

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, sieht in einer Pressemitteilung Kinder und Jugendliche immer früher mit jugendgefährdenden Bild- und Textmaterial aus dem Internet konfrontiert. Aus dem Internet gelangen einschlägige Bilder und Videos auf die Handys oder entsprechende Adressen werden untereinander ausgetauscht.

Meidinger fordert eine umfassende pädagogische und erzieherische Offensive von Politik, Eltern und Schule um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit dieser Entwicklung allein gelassen werden.

Sicherlich eine absolut berechtigte Forderung, aber was dann folgt, wirkt doch sehr dünn:

– Die Politik soll Einfluss auf Suchmaschinen nehmen (?) und auf eine obligatorische Integration von Schutzfiltern in Computerbetriebssystemen drängen (?).
– Die Möglichkeit der Entwicklung von elterlicher Medienkompetenz scheint der Philologenvorsitzende schon aufgegeben zu haben und billigt jedem Zwölfjährigen mehr Internetkompetenz zu als den Eltern. Hier werden wohl die technischen Kompetenzen der Jugendlichen überschätzt und die Lernfähigkeit ihrer Eltern unterbewertet. Medienkompetenz ist nun einmal mehr als zu wissen, wo ich im Internet die „schmutzigen“ Inhalte finde.
– Die Offensive der Schule zum Thema sieht Meidinger in einer Weiterentwicklung des Sexualkundeunterrichts, „…um stärker auf die bisher ausgesparten Inhalte ein(zu)gehen…“ (was immer dies bedeuten mag) und einer Null-Toleranz-Politik im Umgang mit Porno- und Gewaltvideos auf mitgebrachten Speichermedien.

Mag man sich der zuletzt genannten Forderung noch anschließen mögen, so mutet es doch befremdlich an, die fehlende Medienkompetenz der Jugendlichen durch einen verbesserten Sexualkundeunterricht kompensieren zu wollen. Oder hofft Meidinger, dass die Kids sich nicht mehr für Pornographie im Internet interessieren werden, wenn das Thema schon im Unterricht behandelt wurde ?