Artikel-Schlagworte: „Soziale Netzwerke“

Lange Zeit dominierte die Sorge über die Anbahnung ungewollter sexueller Kontakte die Diskussion rund um soziale Netzwerke wie schuelervz, studivz, myspace oder facebook.

Nun tritt immer mehr der Aspekt der unreflektierten Veröffentlichung persönlicher Informationen in den Vordergrund: „Nackt im Netz“ übertitelt stern.de einen Artikel zum Thema und beschreibt damit den Daten-Striptease vieler User.

Was folgen kann ist der „Datenschutz-Kater“: in Bewerbungsgesprächen werden Bewerber konfrontiert mit ihren Bildern und Äußerungen in sozialen Netzwerken, aber auch Stilistik und Rechtschreibung können problematisch werden. Klaus Eck, Kommunikationsberater spricht von Online-Reputation und dem Internet als Karriere-Killer.

In einem weiteren Artikel nun gibt stern.de Tipps für den Selbst-Datenschutz und das Verhalten in Sozialen Netzwerken.

Alle guten Tipps lassen sich auf eine einfache Formel bringen: „Würdest du das, was du selbst in Netzwerken veröffentlichst auch auf eine Plakatwand auf dem Marktplatz schreiben?“ – denn das Internet ist Öffentlichkeit und es vergißt nie.

Seit dem 27.10.08 ist die neue Datenschutz-Infosite datenparty an den Start gegangen. Sie richtet sich vornehmlich an Jugendliche, aber auch an Eltern, Lehrer und Multiplikatoren und will für einen sorgsameren Umgang mit persönlichen Daten im Internet sensibilisieren.

Unter dem Motto „das Internet vergisst nie“ soll zum vorsichtigen und bewußten Umgang mit der Veröffentlichung von Daten, aber auch Fotos angehalten werden.

Unter der Rubrik „Feuerwehr“ gibt es Hinweise und Tipps, wie Jugendliche und Eltern mit unautorisierten Veröffentlichungen z.B. von Fotos auf Community-sites wie schuelervz umgehen können und wo es Hilfe gibt.

Datenparty ist ein Angebot des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Saarland und des Jugendserver Saar.

handysektor.de weist auf eine Studie des „Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie“ hin. Die Online-Communities Myspace, facebook, studiVZ, werkenntwen und lokalisten wurden daraufhin genauer angeschaut, wie dort der Schutz der Privatspähre jeweils geregelt ist. Neben diesen Privatplattformen wurden auch die beruflichen Plattformen XING und linkedln untersucht.

Ergebniss: In allen Plattformen wurden erhebliche Mängel des Privatsphärenschutzes gefunden. facebook schloss noch am besten ab, lokalisten bildet das Schlusslicht.

Die „Mängelliste“ ist lang und erheblich:

• zu umfangreiche Pflichtdaten bei der Anmeldung
• kein Unterstützen von Pseudonymen
• fehlendes oder unzureichendes Verschlüsseln des Kommunikationskanals zum PlattformServer
• konzeptionell nicht gewollter Schutz bestimmter privatsphärenrelevanter Daten
• Fehlen von Mechanismen, die den Zugriff auf Datenobjekte gemäß den vom Nutzer gesetzten Regeln erlauben oder verweigern (z.B. für die Suchfunktion oder Fotoverknüpfungen)
• Abruf vertraulicher Multimediadaten außerhalb der Plattform
• schwer auffindbare Abmeldefunktionen oder umständlicher Abmeldeprozess
• unvollständiges Löschen privater Daten nach dem Abmelden an der Plattform
• eigenwilliges Konzept für die Nutzerführung oder Inkonsistenzen bei den PrivatsphäreOptionen

Die Tabelle gibt einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Eigenschaften der getesteten Plattformen (Quelle: Fraunhofer SIT):

Respekt vor der Fleissarbeit: Martin Weigert veröffentlicht im Blog zweinull.cc eine aktuelle Liste sozialer Netzwerke in Deutschland. Nach der ersten Veröffentlichung vor einem halben Jahr hat Weigert nun jeden Anbieter auf sein Fortbestehen hin überprüft. Erstaunliches Ergebnis: gerade mal 4 der damals gelisteten 153 Netzwerke existieren nicht mehr. Seine Interpretation des Ergebnisses: Die erwartete Konsolidierung im Social-Network-Markt hat noch nicht stattgefunden.

Weigert listet aber nicht nur die Netzwerke auf, sondern unterzieht sie auch noch einem Ranking. Jede Seite wurde dem Seitwert-Test unterzogen. Geprüft wurden u.a. Parameter wie: Gewichtung der Seite bei Google oder Yahoo, Zugriffszahlen, Häufigkeit der Bookmarks bei Mister Wong, del.iceo.us und Link-arena.

Die erwarteten Verdächtigen befinden sich auf den vorderen Plätzen: xing, studivz, schülervz.

Es tauchen aber auch eher unbekannte Netze wie z.B. uboot.com, dol2day oder Jappy unter den ersten 20 auf. Weigert erläutert, dass Seitwert insbesondere gute Suchmaschinensichtbarkeit und das Alter einer Webseite gewichtet.